Hadamar-Gespräche

Eine Vortragsreihe mit dem Stadtarchiv Limburg

Eugenische Programmatik und Praxis im Wandel: Von den Anfängen bis zur pränatalen Diagnostik

Am Donnerstag, 13. Februar 2020, 19:00 Uhr, findet der erste diesjährige Vortrag in der Reihe „Hadamar-Gespräche – zu Medizingeschichte, Nationalsozialismus und den Folgen“ statt, die gemeinsam von der Gedenkstätte Hadamar und dem Stadtarchiv der Stadt Limburg veranstaltet wird.

Prof. Dr. Volker Roelcke spricht über „Eugenische Programmatik und Praxis im Wandel: Von den Anfängen bis zur pränatalen Diagnostik“. Eugenik wird üblicherweise als Teil der NS-Ideologie betrachtet: Eugenik sollte Zwangssterilisation und „Euthanasie“ legitimieren. Tatsächlich stammt die Idee der Eugenik jedoch aus den Wissenschaften des späten 19. Jahrhunderts und umfasst die Versuche, den Genpool einer Gesellschaft zu „verbessern“. Seit dem frühen 20. Jahrhundert begann die staatliche Umsetzung eugenischer Programmatik in Form von Gesetzen zur Sterilisation von Menschen, die von Ärzten als erbkrank diagnostiziert wurden. Die nationalsozialistische „Erbgesundheitspolitik“ stellt eine besonders extreme Ausformung der eugenischen Programmatik dar. Auch nach 1945 ist eugenisches Denken in der Medizin und Gesundheitspolitik keineswegs verschwunden, sondern in neuen Formen z. B. im Bereich der Pränataldiagnostik identifizierbar.

Der Vortragende ist Medizinhistoriker und arbeitet als Professor für Geschichte der Medizin und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Geschichte der Medizin an der Justus‐Liebig‐Universität in Gießen.

Veranstaltungsort: Sitzungssaal des Limburger Rathauses (Altbau), Werner-Senger-Straße 10, Limburg.
Der Eintritt ist frei.
Weitere Auskünfte erteilt Stadtarchivar Dr. Christoph Waldecker, Tel. 06431/203368, Email: christoph.waldecker@stadt.limburg.de