Nachkriegsprozesse

Nach dem Krieg fanden zwei Prozesse statt, um die Verbrechen an rund 15.000 Menschen zu sühnen.

Prozess 1945
Der Kriegsverbrecherprozess vor einem amerikanischen Militärgericht fand vom 8. bis 15. Oktober 1945 in Wiesbaden statt. Gegenstand der Anklage war der Mord an mehr als 600 Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen. In diesem Prozess leugneten die Angeklagten ihre Taten nicht. Die beiden Pfleger Heinrich Ruoff und Karl Willig sowie der Verwaltungsleiter Alfons Klein wurden zum Tode verurteilt. Die Hinrichtungen wurden am 14. März 1946 in Bruchsal vollstreckt. Das restliche Personal erhielt langjährige Haftstrafen.

Prozess 1947
Die Verbrechen an deutschen Opfern sollten vor deutschen Gerichten verhandelt werden. Deshalb wurde das Strafverfahren wegen der Morde an allen 15.000 Opfern seit dem 24. Februar 1947 vor dem Landgericht Franfurt am Main geführt. Das Gericht stellte in seinem Urteil vom 21. März 1947 fest, dass der Druck zur Teilnahme an den Morden auf die Angeklagten nicht so hoch gewesen sei, wie diese behaupteten. Eine Ablehnung der Beteiligung wäre möglich gewesen. Die beiden Ärzte (Gorgass und Dr. Wahlmann) wurden wegen Mordes zum Tode verurteilt. Das Pflegepersonal erhielt Haftstrafen zwischen zwei Jahren, sechs Monaten und acht Jahren wegen Beihilfe zum Mord. Das Büropersonal wurde freigesprochen.