
Über 25.000 Menschen, vor allem Frauen und Mädchen, wurden in Japan zwischen 1948 und 1996 auf Grundlage des „Eugenik-Schutzgesetzes“ (Yūsei Hogo Hō) zwangssterilisiert.
Am 18. August 2025 durften wir in der Gedenkstätte Hadamar eine siebenköpfige Forschungsgruppe aus Japan begrüßen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind Teil des Projekts „Umfassende Geschichte der Eugenikpolitik durch digitale Archive“.
Ziel des Projekts ist es, Wege zu finden, wie sensible historische Unterlagen – darunter medizinische Aufzeichnungen und personenbezogene Daten – verantwortungsvoll digitalisiert, zugänglich gemacht und für Bildung sowie Forschung genutzt werden können. In diesem Zusammenhang interessierte sich die Gruppe für die Erfahrungen der Gedenkstätte Hadamar im Umgang mit Dokumenten der NS-„Euthanasie“.
Im Austausch ging es um Grundsätze und praktische Erfahrungen bei der Präsentation und Zugänglichmachung sensibler Dokumente, um Bildungs- und Outreach-Programme sowie um Digitalisierungsprojekte und deren Herausforderungen.
Neben unserer Gedenkstätte besuchten die Kolleginnen und Kollegen auch noch das Archiv des LWV Hessen, das Bundesarchiv und die Topografie des Terrors.
Wir danken Herrn Akashi Tomonori (Archiv der Kyūshū-Universität) und dem gesamten Team für den intensiven Austausch und das große Interesse an unserer Arbeit. Der internationale Dialog über ethische Fragen im Umgang mit sensiblen historischen Materialien ist uns ein wichtiges Anliegen – gerade in einer Zeit, in der digitale Zugänge eine immer größere Rolle spielen.



