
Grafeneck steht sinnbildlich für jahrzehntelang vergessene Opfer des Nationalsozialismus. Nachdem das Schloss aus dem 16. Jahrhundert zunächst als Beherbergungsort für Menschen mit Behinderungen genutzt wurde, fanden dort von Januar bis Dezember 1940 10.654 Menschen durch die systematische Ermordung im Rahmen der NS-„Euthanasie“ ihren Tod. Sie wurden aus verschiedenen Heil- und Pflegeanstalten sowie psychiatrischen Einrichtungen mit Bussen nach Grafeneck transportiert und auf dem Gelände ermordet. Das Personal, dass die Taten koordiniert und durchführt, arbeitet nicht nur auf dem Gelände; es ist im Schloss Grafeneck untergebracht. Erst 1990 entsteht auf dem Gelände eine Gedenkstätte, die an die Taten und Ermordeten erinnert.
Thomas Stöckle M. A., Leiter der „Gedenkstätte Grafeneck – Dokumentationszentrum“, gibt in seinem Vortrag einen Blick auf die historische Perspektive von Ermordeten und Tätern von 1940, die örtlich Eingliederung und Wahrnehmung der umliegenden Bevölkerung. Außerdem skizzierte er die Zeit nach den Verbrechen in Grafeneck. Wie ging die Bevölkerung mit diesen Verbrechen um und wie entwickelte sich die Gedenkarbeit. Herr Stöckle gab zudem noch einen Einblick über das heutige Gelände Grafenecks sowie der Gedenkstätte und des Dokumentationszentrums, dass die Erinnerungsarbeit für Interessierte präsentiert.
Der Vortrag von Thomas Stöckle zum Thema: „Grafeneck 1940“. NS-„Euthanasie“ im deutschen Südwesten – Geschichte und Erinnerung ist nun auf unserem YouTube-Kanal verfügbar.



