
Am 13. Januar 1941, vor 85 Jahren, wurden 30 Männer aus der Landesheilanstalt Eichberg in die Tötungsanstalt Hadamar verlegt. Viele unter ihnen waren durch ein Gericht in einer Anstalt untergebracht worden. Sie hatten in der Vergangenheit gegen Gesetze verstoßen. Vor Gericht wurden sie auf Grund einer ärztlich festgestellten psychischen Erkrankung für ihre Taten freigesprochen. Statt in einem Gefängnis, sollten sie als „kriminelle Geisteskranke“ in einer Landesheil- und Pflegeanstalt verwahrt werden.
Dieser Transport stellte den Beginn der sogenannten „Aktion T4“ in Hadamar dar, die zwischen Januar und August 1941 mehr als 10.000 Patientinnen und Patienten das Leben kostete. Das zentral aus Berlin organisierte Programm war ein systematischer Mordplan, der darauf abzielte, Menschen aufgrund geistiger, körperlicher oder seelischer Einschränkungen ihr Lebensrecht abzusprechen und sie zu töten. Zu diesem Zweck wurden im gesamten Deutschen Reich sechs Tötungsanstalten eingerichtet – eine davon befand sich in Hadamar.
Insgesamt erstreckte sich die „Aktion T4“ von 1940 bis 1941. Mehr als 70.000 Menschen wurden in sechs Tötungsanstalten in diesem Zeitraum ermordet.
In unserer Videoreihe haben wir ein ausführliches Video zum Thema „Aktion T4“ in Hadamar gemacht.



