
Bei der umfassenden Neugestaltung unserer Gedenkstätte soll das Gebäude einen wesentlichen Teil dazu beitragen, die vergangene Geschichte in unserer Ausstellung erlebbar zu machen.
Das Bauwerk, in dem sich die heutige Gedenkstätte befindet, wurde bereits 1883 fertiggestellt. Zunächst genutzt als Corrigendenanstalt, wurden dort Menschen eingewiesen, die gesellschaftlich ausgegrenzt waren. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Ort unter der „Aktion T4“ und anschließend im Rahmen der „dezentralen Euthanasie“ zur Ermordung von Menschen genutzt.
Nach 1945 wurden zahlreiche Veränderungen am Gebäude vorgenommen. Während des gerade laufenden Rückbaus konnten wir zahlreiche Relikte der vergangenen Zeit entdecken. Teilweise sind unter den nachträglich verlegten Fußböden alte Fliesen gefunden worden. Unter mehreren Schichten von Tapten wurden auch alte Farbanstriche entdeckt. Und nicht zuletzt alte Türrahmen aus Holz sowie Deckenkonstruktionen erblickten nach langer Zeit wieder das Tageslicht. Alle Elemente erzählen eine Geschichte und können das Bild der ehemaligen Anstalt verdeutlichen.
Bei der Planung von Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen für die Ausstellung versuchen wir deshalb, möglichst viele dieser Elemente zu erhalten und arbeiten dabei eng mit dem Denkmalschutz zusammen.
Als Gedenkstätte wollen wir zukünftig ein inklusives Angebot schaffen, dass sich durch Barrierefreiheit auszeichnet.
Auch die Bewältigung einer wachsenden Zahl von Besucherinnen und Besucher sowie Nachfrage nach Gruppenangeboten ist uns ein wichtiges Anliegen. Nicht zuletzt müssen auch moderne Gebäudestandards erfüllt werden. Hierzu müssen neue Leitungen, sanitäre Einrichtungen sowie Belüftungs- und Heizungsanalgen eingebaut werden. Auch technische Voraussetzungen müssen geschaffen werden um multimediale Angebote realisieren.
Den modernen Anforderungen und gleichzeitig dem Schutz des Denkmalgeschützten Gebäudes gerecht zu werden, ist immer ein Kraftakt, der viele schwere Entscheidungen mit sich bringt. Dazu zählt auch, sich mit den Beteiligten des Bauprojektes abzustimmen. Hierzu trafen Vertreter der Gedenkstätte sich mit Mitarbeitern des Architekturbüros und einer Sachbearbeiterin des Denkmalschutzes, um den aktuellen Plan abzustimmen. Während einer Begehung der Baustelle stellte das Architekturbüro die aktuellen Umbauplanungen unter Berücksichtigung des Erhalts alter Strukturen vor und stimmte das Vorgehen mit allen Beteiligten ab.
Wir freuen uns über diese Zusammenarbeit und blicken auf die zahlreichen Möglichkeiten, die die Neugestaltung der Gedenkstätte für uns bereithält.
Die Gedenkstätte Hadamar plant eine umfassende Neugestaltung, bei der in den kommenden Jahren das gesamte historische Gebäude saniert und die Ausstellungsfläche erheblich vergrößert wird. Wir berichten hier und auf unserer Facebook-Seite unter #NeugestaltungHadamar über Vorbereitung und Umsetzung des Großprojekts.
Die Gedenkstätte ist trotz der Baumaßnahmen weiterhin geöffnet.






