
Am 26. März 1945 erreichte die US-amerikanische Armee die Stadt Hadamar. An diesem Tag wurde auch die Tötungsanstalt befreit. Damit endete der Krankenmord, dem fast 15.000 Menschen in Hadamar zum Opfer gefallen sind.
Doch auch jene Insassen, die der Ermordung entgangen sind, hatten geringe Überlebenschancen. Die Soldaten fanden katastrophale Zustände in der Anstalt vor. Über 500 Kranke wurden systematisch geschwächt: durch Vernachlässigung und Mangelernährung. Viele Patientinnen und Patienten überlebten trotz Bemühungen nicht, sie starben in den Tagen und Wochen nach der Befreiung.
Bei der Befreiung wurden zudem offensichtliche Spuren des Krankenmords ausgemacht, was die US-Armee dazu bewegte, Ermittlungen einzuleiten. Die vor Ort befindliche Klinikleitung wurde festgenommen und verhört, Beweismittel sichergestellt. Dies führte zu einem ersten gerichtlichen Prozess, der sich gegen Angehörige des Tötungspersonals richtete. Er wurde im Oktober 1945 vor einem US-amerikanischen Militärgericht in Wiesbaden abgehalten. Hadamar war eine der ersten großen Mordstätten, die von der US-Armee befreit wurden.
Jedes Jahr am 26. März erinnern wir mit einer Gedenkveranstaltung an die Menschen, die im Rahmen der NS-„Euthanasie“-Verbrechen verfolgt und ermordet wurden. Die Gedenkveranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Stadt Hadamar und der Vitos Weil-Lahn statt und wird ab 18:00 Uhr auf unserem YouTube-Kanal live übertragen.
Die Veranstaltung wird vor Ort und im Stream in Deutsche Gebärdensprache übersetzt.



