
Am 18. März 1899 wird Rosa Antonette Hubertine Droste in Würselen bei Aachen geboren. Mit ihren beiden Brüdern wuchs sie in einer gutsituierten Kaufmannsfamilie auf und hatte eine unbeschwerte Kinder- und Jugendzeit.
1925 heiratet sie Josef Schillings. Im selben Jahr noch kommt ihr erstes Kind, Tochter Inge, zur Welt. Im darauffolgenden Jahr wird ihr Sohn Gregor geboren.
Ihr Mann nimmt im Ausland eine Stelle bei einer niederländischen Firma an. Rosa folgt ihm 1929 mit beiden Kindern nach Borneo. Ein Jahr später stirbt Josef. Rosa kehrt mit ihren beiden Kindern nach Deutschland zurück. Nachdem sie bereits ihren Ehemann und ihre Eltern verloren hat, stirbt 1931 auch ihre Tochter Inge an Malaria.
Daraufhin entwickelt Rosa zunehmend psychische Probleme. Nach Weinkrämpfen an Weihnachten wird sie von ihrem Bruder in eine Heilanstalt in der Nähe von Aachen gebracht. Diesem Aufenthalt folgen weitere, bis sie 1936 in die „Heil- und Pflegeanstalt Galkhausen“ eingewiesen wird. Dort wird ihr die Diagnose „paranoide Schizophrenie“ zugeschrieben.
In der Krankenakte wird vermerkt: „Rosa fügte sich nicht in das Anstaltsleben ein. Für Ärzte und Pflegepersonal war sie nur eine rebellische, aufsässige Patientin. Rosas Willen konnten sie nicht brechen, ihre kritischen Äußerungen über Hitler und das Naziregime nicht stoppen. So nannte sie Hitler einen Schweinehund, der seine Leute mit ‚Kraft durch Freude‘ fange.“(1)
Am 2. Mai 1941 wird Rosa Schillings mit mindestens 101 weiteren Patientinnen und Patienten nach Hadamar transportiert. Ihre Angehörigen erhalten später die Nachricht, Rosa sei an Leukämie verstorben. Diese Angabe ist jedoch falsch: Sie wurde am Tag ihrer Ankunft in der Gaskammer der Tötungsanstalt Hadamar ermordet.
Quelle: Gabriele Lübke (2017): https://www.spiegel.de/geschichte/euthanasie-morde-der-nazis-der-leidensweg-von-rosa-schillings-a-1135596.html
(1) Das Zitat stammt aus dem genannten Artikel.



