Wir berichteten Ende des letztens Jahres davon, dass eine Auktion mit über 600 persönlichen Dokumenten aus der Zeit des Nationalsozialismus geplant war. Aufgrund des gemeinsamen, internationalen Protestes kam die geplante Auktion nicht zustande. Nun sind die über 600 zeithistorischen Dokumente Gedenkstätten, Erinnerungsorte und Archive übergeben worden. Dazu trafen sich Vertreterinnen und Vertreter aus zehn deutschen Gedenkstätten und Erinnerungsorten im nordrheinwestfälischen Landtag, um die Übergabe der Dokumente durchzuführen.
Auch der Gedenkstätte Hadamar wurde ein Zeitdokument aus dem Fundus zuteil. Es handelt sich um die Todesnachricht der Patientin Johanna Fröhlich, die am 26.10.1944 in der Landesheilanstalt Hadamar ermordet wurde. Die Nachricht wurde damals ihrer Pflegefamilie zugestellt. Aus der Gedenkstätte Hadamar waren Prof. Dr. Jan Erik Schulte, Leiter der Gedenkstätte, sowie Dr. Esther Abel, Wissenschaftliche Dokumentarin, angereist, um die Dokumente entgegenzunehmen. Außerdem waren die Gedenkstätten Dachau, Buchenwald, Neuengamme, Sachsenhausen, Bergen-Belsen und Esterwegen vertreten.
Die Auktionsgegenstände waren Anfang des Jahres durch den Generaldirektor der Stiftung Auschwitz-Birkenau, Wojciech Soczewica, treuhänderisch übernommen worden. Ein breites Bündnis zivilgesellschaftlicher Gruppen setzte sich für die Überführung der Dokumente in die entsprechenden Archive, bzw. Gedenkstätten und Erinnerungsorte ein. So können sie archiviert, ausgestellt und für die Forschung eingesetzt werden.
Der Präsident des Landtags NRW, André Kuper, dankte den Initiatoren, Unterstützern sowie den Spenderinnen und Spendern bei der Übergabe. Durch ihre Beteiligung wurde der Ankauf der Dokumente erst möglich gemacht. Besonders die Bethe-Stiftung Bergisch-Gladbach ist hierbei durch ihre Spendenverdopplungsaktion hervorzuheben. „600 Dokumente sind nun dem privaten Handel und Sammeln entzogen“ so Kuper.





