Die Opfer

Die Verfolgung von Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen durch das nationalsozialistische Regime begann 1934 mit Zwangssterilisationen auf der Grundlage des "Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses", und gipfelte in den NS-Euthanasie-Verbrechen. Zwischen 1939 und 1945 fielen Patientinnen und Patienten psychiatrischer Einrichtungen unterschiedlichen Mordaktionen zum Opfer: u. a. der "T4-Aktion" und der "zweiten Mordphase". Eine der überregionalen Tötungsanstalten befand sich in Hadamar.

Die verfolgten Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen gehörten in der Bundesrepublik Deutschland viele Jahre lang zu den vergessenen Opfern der NS-Herrschaft. Die Erinnerung an ihr Leiden wurde oftmals verdrängt. Anfang der 1980er Jahre begann die systematische Erforschung der Verbrechen und die gezielte Erinnerung an die Opfer.

In Hadamar wurde schon realtiv früh der Opfer gedacht. 1953 wurde im Eingangsbereich der damaligen Landesheilanstalt ein Relief im Gedenken an die zwischen 1941 und 1945 am Ort ermordeten Patientinnen und Patienten eingeweiht. 1964 wurde der ehemalige Anstaltsfriedhof, auf dem 4.000 Mordopfer ruhen, zu einer Gedenklandschaft umgestaltet. Seit 2006 besitzt die Gedenkstätte Hadamar eine Datenbank "Opferliste" mit sämtlichen Namen der Ermordeten und ein darauf basierendes Gedenkbuch.